Vogue, Cosmopolitan, GQ, FHM... es gibt genug Hochglanzmagazine, die die neusten Trends der Zukunft an oftmals zu stark retuschierten Modepüppis vormachen, um der normal verdienenden Arbeitergesellschaft zu zeigen, was für diese nicht zu erreichen ist.
Doch Geschmack, Mode und der Schritt zum gewissen Etwas ist nicht alles, sagen sich viele. Eure Worte in Gottes Ohr - doch muss es denn gleich das komplette Gegenteil sein? Eigentlich müssten die Zeiten, in denen man vor dem Kleiderschrank steht und sich unbewusst nach dem Motto, „grün und blau trägt die Sau, gelb dazwischen wirkt beschissen“, anzieht, doch vorbei sein. In Gedanken war die Ära des schlechten Geschmacks mit den 90ern oder spätesten mit den Anfangsjahren des neuen Jahrtausend doch eigentlich überwunden. Gewiss nicht. Auch eine rasche Genesung (in der Zeit eines ganzen Jahrzehnts nach der Prognose, dass im Jahr 2000 doch eigentlich die Welt untergehen sollte) schlug nicht wirklich zu voller Zufriedenheit an.
Wohin die Blicke reichen, sieht man bis heute noch Proleten, die sowohl mit undeutlich misszuverstehendem Grammatikgebrauch auf sich aufmerksam machen, als auch mit einem peinlich durchdachten Äußeren. Die Hose, man beachte in den Socken war hier ein Muss und auch das vor kurzem bei eBay ersteigerte blass rosa-weiße Ed Hardy-Shirt musste stets hinter den farblich unpassenden Blinkegürtel gesteckt werden. Nicht zu vergessen, eine dreifarbig Strähnen geprägte Frisur vom probearbeitenden Praktikanten bei Unisex, über der eine aus dem letzten Mittelmeerurlaub gefälschte Sportmarken-Basebalcap leicht aufgesetzt bis beinahe schwebend zum Vorschein kam.
Nahe liegend ist auch das weibliche Pendant, dass stets ihren, oft, wie einen in die Ecke geworfenen Sack Murmeln, geformten Körper durch knifflige Tricks in Position schiebt. Von Schlag- bis Boyfriendhosen war alles dabei und als Gegenstück dazu ein eng anliegendes bzw. um den Körper genähtes Top, nach dem Motto „zeig was du hast denn mehr ist manchmal mehr“. Musste sich allerdings eine dieser Gestalten bücken, um einen winzigen Fleck am gern getragenen weißen Stiefel zu beseitigen, offenbarte sich aus hinterer Reihe drauf schauend die Hölle für das menschliche Auge. Es war sich nun an der Zeit zu fragen, ob man entweder das Arschgeweih füttern will, ob man einen Euro in das dicke Sparschwein wirft oder ob man einfach versucht ohne jeglichen Spott weiter zu ziehen! Höher am Exemplar war das Zusammenspiel zwischen bunt geschminktem Clownsgesicht, einer wie Toast angebrannten Sonnenbankhaut und der Krönung der Bratzen, dem schlecht gelb-blond gefärbten Haar mit noch schlechter gemachten Extensions unter dem noch 15cm langem vorhandenem Echthaar. Doch auch hiermit ließ sich das leider unmöglich zu entfernende Arschgeweih nicht überdecken.
Naja wenigstens lustig anzusehen war es. Doch auf zum genauen Sinn des Blogs, sofern dieser für viele auch hoffentlich verständlich zu erkennen ist.
Mode, Mode, Heiterkeit - da denkt man sich doch: "Bloß nicht noch zwei sich für ach so übertrieben modebewusst haltende Blogger, die meinen dem gleichen ausgelutschten Thema (→ wie man stylisch durch die Welt marschiert oder eher wie latsche ich mit den aus der Vogue schlecht kopierten Outfits durch die Stadt, in der Hoffnung, dass jeder schaut, aber es letztendlich dann doch niemanden interessiert), einen Blog zu widmen." Für alle, die ihr neues Selbstbewusstsein, durch den eigens nicht erkannten schlechten Geschmack, noch minder ausgereift erlangt haben und sich nicht vor komplett realem Publikum präsentieren wollen, besteht ja immerhin die Möglichkeit, sich mit den hässlichsten schon tausend mal gesehenen Lumpen vor eine weiße Wand zu stellen (manchmal wird auch gern ein theatralisch anmutendes Weizenfeld oder eine Blumenwiese benutzt), den Selbstauslöser zu betätigen, um dann, dass mit einem traumhaft künstlichen Gesichtsausdruck verbundene Foto bei Facebook hoch zu laden. Bei der nach drei Tagen aufkommenden Erkenntnis, dass die Meinungen von Internetsüchtigen und Gleichgesinnten ausbleibt, bleibt dennoch wenigstens die Freude, dass zumindest einer auf „gefällt mir“ geklickt hat. Hierbei wird vollkommen außer Acht gelassen, dass es sich meist um die selbe Person handelt, die auch auf dem Foto zu sehen ist.
Die letzte Stufe ist jene, die denen nach Aufmerksamkeit japsenden Selbstdarstellern auf nicht zu erklärende Weiße befiehlt, ihr selbst arrangiertes Bild mit Nummern auf den Kleidungsstücken zu versehen, um den zwei besten Freunden, die die einzigen sind die sich das Bild online anschauen, zu erklären, wo man die furchtbar zusammengewürfelten Teile kaufen kann. Auch dabei wird stets drauf geachtet, das Namen wie New Yorker oder Pimpkie im Vordergrund stehen.
Da die zweite und vor allem die letzte Variante auch im 2. Jahrzehnt des neuen Jahrtausends ihren Durchbruch noch nicht komplett vollbracht haben und die größten Sünden doch leider immer noch auf freiem Fuße durch die Dörfer der Welt ziehen, sahen wir es nicht als Aufgabe, sondern als ehrliche Hilfestellung, sogenannte Menschen zu fotografieren, um die Bilder als Abschreckung in den Blog zu setzen. WIR, sind in diesem Fall Marcella (22) und Devi (22) aus Köln, die sich hier mit ihrem ersten gemeinsamen Blog das Ziel setzen, sich nicht über die so oder so unkenntlich gemachten Personen lächerlich zu machen, sondern viel eher, um denjenigen zu zeigen, was einem die zu schüchterne Ehrlichkeit von guten Freunden verschweigt. Wer sich hier wiederfindet, wird sich wahrscheinlich von selbst fragen, was wohl an diesem Tag im eigenen Kopfe vorging.
Wo bei vielen Teenagern in der Jugend die Aufklärung schon schief gelaufen ist, sind wir nicht dazu da um die Eltern zu ersetzen, sondern um im übertriebenem Maße der kompletten Menschheit die krassesten Modesünden der Neuzeit als überdimensionale Warnung zu zeigen.
In diesem Sinne ist dies kein, wie bereit beschrieben, typischer Modeblog, als auch keiner, bei dem die Konzentrations- und Lesefähigkeit in kompliziertem Sinn überfordert werden. Viel mehr geht es um die zu erzielende Wirkung der kurz beschriebenen Bilder auf Euren Sinn für die Entdeckung des Geschmackvollen.
Schaut es euch an, lest es euch durch, kommentiert, schreibt uns eure Meinung und am Besten - sendet uns Bilder von selbst gesichteten Exemplaren...
Doch genug Gerede...es folgen die ersten vier Qualifizierten für das im negativen Sinne betrachtete Outfit des Monats! Da darf er naürlich nicht fehlen, der Macker, der Könner, der Protz oder bei näherem hinsehen auch der Hirnlose. Selten ist ein solch doch eigentlich oft anzutreffende Gestalt außerhalb des Rudels alleine zu sichten, doch früh übt sich die Geschmacksfindung des angehauchten Lack- und Lederstyles. Ein golden in der Sonne edel schimmernder Jogginganzug, mit dem Gefühl als streiche man einem frisch rasierten Schaf über die nackte faltige Haut und der dazu passende "Alta ich bin es"-Gang.
Nach dieser eher dunklen Variante des egal zu welcher Zeit sportlich zutragenden Outfits, gibt es natürlich auch die etwas farbenfrohere, allerdings nicht zu übertrieben bunte Varianten. Ein leicht kombinierbarer weißer Ton mit der doch paradoxerweiße auch heutzutage in immer noch meißt homophoben Köpfen zu findenen Trendfarbe pink. Dazu eine gleichfarbig hässliche Sonnenbrille, die auch in dunklen geschlossenen Räumen nicht den Weg in die Tasche findet.
Der höchstumtrittene und immer mal wieder in Trend kommende Leopardenlook mag ja manch weiblichem Wesen gut stehen, bei einem solchen Fetzen jedoch, sollte man überprüfen ob das ganze Foto dementsprechend den gleichen Namen bekommt wie der nicht genau zu findene "Haufen Scheiße" unterhalb der Gürtellinie. Typisch zum willigen Katzenlook ist die prächtig unprofessionell gepflegte Mähne, mit Extensions bis zum Arsch, aber einem dunklen Ansatz der länger ist als das eigene Echthaar.
Als letztes Bild für den ersten Eintrag haben wir einen besonderen Augenschmaus hervor gezaubert. Ein Dreamteam wie es sowohl im Buche, als auch gemeinsam zum selben Verein steht. Trick 17 von früher, sich bei leicht wärmenden Plusgraden lässig frech den gestern noch von Mutti zu hause gebügelten Anorak um die Hüfte zu binden, ist genauso atemberaubend wie eine furchtbar hässliche orange 3/4-Hose, kombiniert mit einem sichtbar unpassendem grün-blauen Shirt. Hier zwar nicht zu sehen, aber doch oft zu finden ist passend zu einem solch von der farbenblinden Mutti zusammengestellten Outift, der Rat, den Rucksack in einer gefährlichen Weltmetropole wie Köln lieber auf dem Bauch zu tragen, um jedoch ein bisschen Selbstständigkeit zu beweisen, widersetzt man sich ganz gemein dem Willen der eigenen Erzeugerin.
In diesem Sinne:




Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
AntwortenLöschen